Sanfte Migration auf IP-Telefonie
Viele Unternehmen scheuen vor einer Umstellung von der klassischen Telefonanlage auf eine IP-basierte Telefonanlage. Durch die sanfte Migration ist es möglich, auf neue Technologien zu wechseln und gleichzeitig die alte Technologie weiterhin zu nutzen.
Oft sind es die langen Mietverträge der Telefonanlagen, die es den Unternehmen nicht erlauben auf neue Technologien zu wechseln, sehr oft jedoch die Skepsis gegenüber dem "Neuen". Durch die sanfte Migration ist es den Unternehmen möglich, vorab einen Teil der Telefonie (z.B. wegen neuer Abteilungen oder zusätzlicher Leitungen) in die vorhandene Infrastruktur mit IP-Telefonie zu migrieren und zum späteren Zeitpunkt, nach und nach die gesamte Infrastruktur auf die IP-Telefonie umzustellen.

Beispiel 1:
Ein Unternehmen besitzt eine klassische Telefonanlage mit einigen Systemtelefonen und zwei ISDN-Anlagenanschlüssen mit einem Nummernblock von 0 bis 29. Eine Erweiterung der Telefonanlage um weitere Teilnehmer ist nicht möglich - gleiches gilt für die Erweiterung der Telefonanlage um weitere Amtsanschlüsse.

Bei der Phase 1. der Migration wird zuerst ein ISDN-Gateway zwischen ISDN-Telefonanlage und den Amtsanschlüssen installiert. An das Gerät wird auch die neue IP-Telefonanlage angeschlossen. Das ISDN-Gateway hat nun die Aufgabe, bestimmte ankommende Gespräche entsprechend der Einstellung, entweder weiterhin auf die ISDN-Telefonanlage oder auf die neue IP-Telefonanlage zu leiten. Das Unternehmen kann somit neue Telefone integrieren, ohne die alte Telefonanlage austauschen zu müssen. Nach und nach können die Teilnehmer von der alten Telefonanlage auf die neue IP-Anlage umgestellt werden - (Migrationsphase 2). Hierbei behält der Teilnehmer selbstverständlich seine alte Durchwahl.
Sollten im Unternehmen zusätzliche Amtsleitungen benötigt werden, so ergeben sich hier mehrere Möglichkeiten:

ein NGN-Anschluss - wird direkt an die Telefonanlage angeschlossen
ein Primärmultiplexanschluss (PMX, auch S2M genannt) an ein weiteres ISDN-Gateway
eine Anbindung an einen Business VoIP-Provider




Beispiel 2:
Ein Unternehmen besitzt eine klassische Telefonanlage mit einigen Systemtelefonen und zwei ISDN-Anlagenanschlüssen. Eine Erweiterung um weitere Amtsanschlüsse ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (keine freien Leitungen) nicht möglich - oft jedoch können die Telefonanlagen keine weiteren Amtsleitungen aufnehmen. In solchen Fällen wird statt ISDN ein NGN-Anschluss mit bis zu 20 Gesprächskanäle installiert. Damit die alte Telefonanlage weiterhin die Gespräche annehmen kann, wird zwischen dem NGN-Anschluss und der Telefonanlage ein ISDN-Gateway installiert. Das Gerät verteilt die ankommenden Gespräche auf die ISDN-Telefonanlage. In der Migrationsphase 2. kann hier auch eine IP-Telefonanlage installiert werden. Das Unternehmen kann somit leicht weitere Teilnehmer integrieren und auch Telearbeitsplätze einrichten.